Aktuell

Tag der offenen Tür 2010
Am 25. und 26. Juni 2010 haben uns knapp 3000 Personen in Spiez besucht. Unsere Gäste konnten sich aus erster Hand über die heutigen ABC-Bedrohungen informieren und unsere Arbeit näher kennenlernen. Der Tag der öffnen Tür war für unsere Besucher wie auch für uns selbst ein schönes Erlebnis. Auch Bundesrat Ueli Maurer kam vorbei: Er eröffnete am 25. Juni unser neues biologisches Sicherheitslabor.
Neue Studie zur Verbreitung der Zeckenhirnhaut-Entzündung
Das LABOR SPIEZ hat im Rahmen einer Studie zur viralen Zeckenhirnhaut-Entzündung (FSME) in der Schweiz eine Verbreitungskarte der Viren basierend auf der tatsächlichen Infektionsrate von Zecken erstellt. Bisher existierte lediglich eine Risikokarte, die sich auf gemeldete Krankheitsfälle stützt. Die Studie konnte mehrere Infektionsherde identifizieren, die bis anhin als FSME-frei galten. Ebenso konnten Infektionsherde in Gebieten nachgewiesen werden, aus welchen bis anhin nur isolierte Krankheitsfälle bekannt sind.
Weitere Informationen:
- Factsheet Zecken allgemein (PDF, 221 KB)
- Factsheet zur Zecken-Encephalitis (PDF, 85 KB)
- Durch Zecken übertragbare Krankheiten (PDF, 430 KB)
- Neue Studie zur Verbreitung der Zeckenhirnhaut-Entzündung (PDF, 2.37 MB)
- SF Tagesschau, 11.05.2010 (Video 2:01)
Ausbildung von OPCW-Inspektoren 2010
Das LABOR SPIEZ hat sich dieses Jahr zum sechsten Mal als Trainingsfeld für angehende Inspektoren der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) zur Verfügung gestellt. Zwei internationale Delegationen der OPCW besuchten vom 12. April bis 16. April und vom 19. April bis 23. April die deklarierte Liste 1-Anlage (Hochtox-Labor) in Spiez, mit dem Ziel, ihre zukünftige Inspektionstätigkeit erstmals realitätsgetreu zu üben.
Die in kleinen Gruppen formierten Inspektorenteams erleben so erstmals praxisnah den Ablauf einer OPCW-Inspektion. Dazu gehört die Interaktion mit Vertretern des Vertragsstaates sowie die Besichtigung einer Anlage zur Herstellung von chemischen Kampfstoffen. Für die meisten der angehenden Inspektoren ist dies der erste Kontakt mit solchen Anlagen und Stoffen. Die Ausbildung erlaubte allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Sie bezeichneten die Trainingswochen in Spiez wiederum als „Highlight“ ihrer Inspektorenausbildung.
Organisatorisch und finanziell unterstützt werden diese so genannten Mock-Inspektionen von der Direktion für Sicherheitspolitik des VBS, Internationale Beziehungen Verteidigung IB V. Für die Organisation der Ausbildung ist der Fachbereich Chemie des LABOR SPIEZ verantwortlich. Das LABOR SPIEZ wird auch in Zukunft diesen Ausbildungsbeitrag leisten, damit die Inspektoren der OPCW ein wirksames Verifikationsregime rund um den Globus aufrecht erhalten können.
CBMTS VIII 2. bis 7. Mai 2010
Vom 2. bis 7. Mai 2010 findet im LABOR SPIEZ das achte internationale Chemical Biological Medical Treatment Symposium (CBMTS VIII) statt. Diese in Fachkreisen mittlerweile weltweit bekannte Reihe befasst sich mit wissenschaftlichen Aspekten der militärischen und terroristischen Bedrohung mit ABC-Waffen. Das Symposium versammelt mehr als 100 Experten aus Dutzenden von Ländern. An der Opening-Session teilnehmen werden u.a. Dr. Brian Davey, Medizinischer Direktor der UNO, Botschafter Rogelio Pfirter, Generaldirektor der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW), sowie Dr. Markus Seiler, Direktor des Nachrichtendienstes des Bundes.
SMS 2010
Das LABOR SPIEZ organisiert vom 26. bis 28. April 2010 die 2. Schweizerische Konferenz zur mikrobiellen Sicherheit (Swiss Microbial Safety Meeting SMS). Zu den Hauptreferenten gehören Prof. Stewart Cole (Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne, Schweiz), Susan Caskey (Sandia National Laboratories, USA), Andreas Lüthi (Architekturbüro Burkhard & Lüthi, Schweiz) und Stephane Kunz (Universitätsspital Lausanne CHUV, Schweiz). Weitere Referate werden von nationalen und internationalen Experten für mikrobielle Sicherheit gehalten.
Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird eine Führung durch das neue Sicherheitslabor in Spiez angeboten. Weitere Informationen finden Sie auf der Konferenz-Website.
Europäischer Ringversuch Mikrobiologie
Das deutsche Robert Koch Institut hat ein Projekt zur Etablierung eines europäischen Netzwerks von qualifizierten mikrobiologischen Laboratorien im Bereich Bioterrorismus gestartet. Das Projekt unter dem Titel EQADeBA – „Establishment of Quality Assurances for Detection of Highly Pathogenic Bacteria of Potential Bioterrorism Risk”- ist im Mai letzten Jahres lanciert worden und dauert drei Jahre. Ziel ist der Aufbau eines Qualitätssicherungsprogramms für die Detektion von Bakterien mit bioterroristischem Potential. Prinzipiell sind dies Mikroorganismen, welche hochansteckend sind und eine hohe Letalitätsrate aufweisen. Für den Fall einer bioterroristischen Angriffs soll das europäische Labornetzwerk die Frühwarnkapazität erhöhen sowie die Reaktionszeit der beteiligten Institute verkürzen helfen. 24 Laboratorien aus 22 Ländern arbeiten in diesem Netzwerk zusammen, darunter auch das LABOR SPIEZ.
Derzeit läuft der zweite von drei Ringversuchen zur Abklärung der analytischen Kapazitäten der beteiligten Laboratorien, unter Berücksichtigung aller Aspekte der Biosafety und Biosecurity. Dabei müssen 15 infektiöse und 15 inaktivierte Proben von unterschiedlicher Komplexität auf Anthrax, Pest, Tularämie, Meliodiose, Rotz und Brucellose untersucht werden – dies sowohl mit kulturellen Methoden (nur die infektiösen Proben) als auch mit molekularen, immunologischen und massenspektrometrischen Verfahren. Alle Proben können Begleitflora enthalten, was die Analyse anspruchsvoll und arbeitsintensiv macht.
H1N1-Diagnostik im LABOR SPIEZ
Das LABOR SPIEZ hat eine schnelle Nachweiskette für die Diagnostik des Pandemievirus H1N1 aufgebaut und untersucht seit dem 17. Juli 2009 Verdachtsproben von Armeeangehörigen im Auftrag des VBS. Bisher wurden 721 Proben getestet, davon waren 167 positiv.
Baufortschritt Sicherheitslabor
Der Innenausbau des biologischen Sicherheitslabors der höchsten Sicherheitsstufe 4 kommt gut voran. Dieses bezüglich der sicherheitstechnischen Anforderungen äusserst komplexe und in der Schweiz bisher einzigartige Bauvorhaben liegt im Budget- und Zeitplan und kann aller Voraussicht nach termingerecht abgeschlossen werden. Das Gebäude wird in Spiez am 25. Juni 2010 mit einer „Schlüsselübergabe“ eingeweiht. Nach einer längeren Validierungsphase soll der Laborbetrieb Ende 2010/Anfang 2011 aufgenommen werden.
Besuch von Bundesrat Maurer in Spiez
Bundesrat Ueli Maurer hat am 17. August das LABOR SPIEZ besucht. Knapp dreieinhalb Sunden lang liess sich der Vorsteher des VBS in unsere Arbeit einführen und absolvierte ein - selbst für interessierte Besucher - recht intensives Besuchsprogramm in acht verschiedenen Laboratorien. Am Ende seiner Visite äusserte sich der Chef VBS vor der Belegschaft sehr lobend über unsere Einrichtung. Ihm sei bereits früher zu Ohren gekommen, dass es sich bei den "Spiezern" um eine selbstbewusste Gemeinschaft handle, die sehr Stolz sei auf ihre Leistungen. Diesen Ruf hätten wir an diesem heissen August-Nachmittag voll und ganz bestätigen können, meinte der Bundesrat und mahnte gleichzeitig, dass dies kein Grund sei, sich zurückzulehnen. Mit den Neuinvestitionen wie etwa dem Sicherheitslabor würden auch neue Aufgaben auf uns zukommen.
Inspektion des LABOR SPIEZ im Rahmen des Chemiewaffenübereinkommens (CWÜ)
Ein internationales Spezialistenteam der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hat letzte Woche eine Inspektion des LABOR SPIEZ vorgenommen. Ziel war die Überprüfung der jährlichen Deklarationen, welche das LABOR SPIEZ gemäss dem Chemiewaffenübereinkommen zu machen hat, sowie die Bestätigung, dass keine unerlaubten Tätigkeiten und Lieferungen stattfanden. Wir haben die Inspektion erfolgreich bestanden.
Das CWÜ verbietet die Entwicklung, die Produktion, den Erwerb, die Lagerung, die Verbreitung und den Einsatz von chemischen Waffen. Die Vertragsstaaten verpflichten sich, ihre Bestände an chemischen Waffen und entsprechende Produktionseinrichtungen bis spätestens 2012 zu vernichten. Für Schutz- und Forschungszwecke sind die Herstellung und der Besitz von Kleinstmengen der verbotenen Chemikalien erlaubt. In der Schweiz ist das LABOR SPIEZ die einzige Institution, die dazu berechtigt ist. Das CWÜ, das am 29. April 1997 in Kraft getreten ist, hat heute 188 Mitgliedstaaten. Die Schweiz hat das Abkommen am 10. März 1995 ratifiziert.
Diagnostik des Pandemievirus im LABOR SPIEZ
In Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern hat sich das LABOR SPIEZ mit der Entwicklung und Etablierung von Methoden für den Nachweis von Influenza A Viren befasst. Diese Methoden stehen nun zur Verfügung und es wurde eine schnelle und effiziente Nachweiskette aufgebaut. Die Diagnostik des Pandemievirus H1N1 beruht auf einem molekularbiologischen Nachweis spezifischer Gensequenzen mittels Real Time RT-PCR. Mit diesen Methoden ist das LABOR SPIEZ in der Lage, alle Influenza A Viren (also auch das Pandemievirus H1N1) zu diagnostizieren und zusätzlich zu differenzieren.
Dabei kommen drei verschiedene Strategien zum Einsatz:
- Spezifischer Nachweis aller Influenza A Viren
- Spezifischer Nachweis humaner Influenza A Viren
- Spezifischer Nachweis des Pandemievirus H1N1
Mit Hilfe dieser Analysen kann in einem Ansatz ausgesagt werden, ob es sich um tierische oder humane Influenza A Viren handelt und ob eine Infektion mit der saisonalen Grippe oder das Pandemievirus H1N1 vorliegt. Das Pandiemievirus H1N1 ist zwar porcinen Ursprungs, jedoch genetisch von porcinen und rein humanen Influenza A Viren (auch saisonale Grippe) unterscheidbar. Zusätzlich erlauben vertiefte Analysen die Unterscheidung von den beiden Influenza-typischen Oberflächenproteinen "H" (Hämagglutinin) und "N" (Neuraminidase).
The Green Star Awards
Das Uno-Umweltprogramm UNEP, das UN-Büro für die Koordination Humanitärer Angelegenheiten OCHA sowie Green Cross International haben am 7. Mai in Brüssel erstmals gemeinsam den "Green Star Award" verliehen. Diese neue Auszeichnung geht an Individuen, Organisationen und Regierungen, die sich um die Vermeidung oder Bewältigung von Umweltkatastrophen verdient gemacht haben.
Zu den Gewinnern des Preises gehören das LABOR SPIEZ, das brasilianische Center for Scientific Support in Disaster Situations (CENACID), die Regierungen Schwedens und der Niederlande sowie der britische Umweltexperte Mike Cowing.
... weitere Informationen finden Sie in unserem Archiv