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Zum Einsatz von Chemikalien bei der Geiselbefreiung in Moskau vom 26.10.2002
Informationen zu Fentanyl
Was ist Fentanyl?
Fentanyl ist ein synthetischer, morphinähnlicher Stoff. Dosisabhängig führt es rasch zum Verlust der Wahrnehmungsfähigkeit (Anästhesie) und zu einem schlafähnlichen Zustand (Narkotikum). Es wirkt auch als starkes Schmerzmittel (Analgetikum).
Stoffeigenschaften
| Fentanyl ist ein weisses, bitteres Pulver | |
| Chem. Name | 1-Phenethyl-4-N-propionylanilinopiperidin |
|---|---|
| CAS-Nr. | 437-38-7 |
| SF | C22H28N2O |
| Strukturformel | ![]() |
| MR | 336.46 |
| Smp | 83 - 84° C, als Citrat 150-154°C (Zers.) |
| pKa | 8.4 |
Wirksame und tödliche Dosis
Fentanyl ist rund 1000 mal wirksamer als Morphin. Bei intravenöser Verabreichung wird die maximale Schmerzunempfindlichkeit nach 2-3 Minuten erreicht. Wird die therapeutisch empfohlene, wirksame Dosis um das etwa 300-fache überschritten, so ist die tödliche Dosis erreicht. Dies wirft neue Fragen im Zusammenhang mit der Geiselbefreiung auf. War der Wirkungseintritt durch Einatmen von Fentanyl schnell genug, um die Zündung der Bomben zu verhindern oder haben da noch andere Stoffe, Faktoren mitgespielt? Ist ein Sicherheitsfaktor von 300 zwischen wirksamer und tödlicher Dosis bei dieser ausserordentlichen Anwendung in einem Theaterraum genügend?
Nebenwirkungen
Fentanyl hat als hoch wirksamer pharmakologischer Stoff auch eine ganze Reihe von Nebenwirkungen, die individuell verschieden häufig und verschieden stark auftreten, wie Hemmung der Atmung, Atemstillstand, Erstarren der Muskulatur, Verlangsamung der Herztätigkeit, Verengung der Pupillen, Euphorie, Übelkeit, Erbrechen. Durch gleichzeitiges Verabreichen anderer auf das Zentrale Nervensystem wirkender Stoffe werden diese Nebenwirkungen verstärkt.
Gegenmittel
Bei Überdosierung von Fentanyl können einige der Nebenwirkungen mit spezifischen Gegenmitteln behandelt werden. So kann der Atemdepression gezielt mit Naloxon entgegen gewirkt werden. Diese Behandlung muss aber zeitgerecht erfolgen.
Ausscheidung
Fentayl verteilt sich extrem rasch in fetthaltige Gewebe. Zum Teil wird
es durch den Stoffwechsel in der Leber abgebaut, vorwiegend aber über
die Nieren unverändert ausgeschieden.
