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Zum Einsatz von Chemikalien bei der Geiselbefreiung in Moskau vom 26.10.2002
Informationen zu Halothan
Was ist Halothan?
Halothan ist ein stark und rasch wirkendes Narkosemittel. Zusätzlich führt es zu einer Erschlaffung der Muskulatur. Es reizt die Atemwege nicht. Als Flüssigkeit muss es in einem steuerbaren Verdampfer zur Inhalation verdunstet werden. Nachteile des Halothans, wie ungenügende Schmerzausschaltung, führten dazu, dass es heute durch wirksamere, chemisch ähnliche Narkotika weitgehend verdrängt ist. In niedriger Dosierung führt es zu Verwirrung, Schwindel, Schläfrigkeit und Übelkeit.
Stoffeigenschaften
| Halothan ist eine farblose, nicht brennbare Flüssigkeit, die bei Zimmertemperatur rasch verdunstet und einen süsslichen, charakteristischen Geruch hat. | |
| Chem. Name | 2-Brom-2-chlor-1,1,1-trifluor-ethan |
|---|---|
| CAS-Nr. | 151-67-7 |
| MF | F3C-CHBrCl |
| Strukturformel | ![]() |
| MR | 197.4 |
| Sdp. | 50,2 °C |
| Löslichkeit in Wasser | 0.345% |
| Rel. Dichte | 1.872 g/ml bei 25°C |
| Dampfdruck | 32.4 kPa bei 20° C |
| Rel. Dampfdichte | 6.9 (Luft = 1) |
Wirksame und tödliche Dosis
Zur Einleitung der Narkose muss die Atemluft etwa 1 Vol. % Halothan enthalten.
Die weitere Dosierung erfolgt nach Wirkung mit 0.5 - 1.2 Vol. %. 5-10 Minuten
nach Beendigung der Halothanzufuhr wird wieder das Bewusstsein erlangt.
Geringe Überdosierungen führen zeitabhängig und ohne Korrekturmassnahmen
zum Tode.
Zum Schutz der Arbeitnehmer gilt am Arbeitsplatz eine Maximale Arbeitsplatz-Konzentration
(MAK) von 5 ppm resp. 40 mg/m3.
Nebenwirkungen
Halothan wirkt hemmend auf die Atmung. Die Herzmuskulatur wird geschwächt, begleitet von einem Blutdruckabfall. Eine bekannte Nebenwirkung von Halothan ist die meist vorübergehende Leberentzündung.
Ausscheidung
Etwa 20% des aufgenommenen Halothans wird in der Leber abgebaut und dann über die Nieren im Harn ausgeschieden. Ein Teil reagiert mit körpereigenen Eiweissen und wird dann abgebaut.
Gegenmittel
Es gibt keine spezifischen Gegenmittel bei einer Halothanüberdosierung. Massnahmen sind
- Beendigung der Exposition
- Beatmung mit reinem Sauerstoff.
