LABOR SPIEZ verschickt Proben in die ganze Welt
Die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW), welche für die Einhaltung der Chemiewaffenkonvention verantwortlich ist, verfügt über ein weltweites Netzwerk von zertifizierten analytischen Laboratorien. Zur Überprüfung dieser Einrichtungen führt die OPCW jährliche Ringversuche durch. Dafür werden Proben, die chemische Kampfstoffe und verwandte Verbindungen enthalten, an die Laboratorien gesandt. Diese machen umfangreiche Analysen und müssen ihre Resultate nach maximal 15 Tagen einreichen. Für den 25. Ringversuch der OPCW hat das LABOR SPIEZ die Proben hergestellt. Diese wurden am 24. April von der OPCW entgegengenommen und vom Flughafen Amsterdam aus an 15 Laboratorien weltweit verteilt.
Die Chemiewaffenkonvention ist der bislang einzige multilaterale Abrüstungsvertrag, der die Mitgliedstaaten verpflichtet, innerhalb eines bestimmten Zeitraumes eine ganze Klasse von Massenvernichtungswaffen zu zerstören. Zudem ist es ein beinahe universelles Vertragswerk: Als 188. Staat haben am 23. April die Bahamas die Konvention ratifiziert. Es fehlen noch sieben Länder: Israel, Myanmar, Angola, Ägypten, Syrien, Nordkorea und Somalia.
Für die Überprüfung der Einhaltung der Konvention existiert ein Kontrollregime mit weit reichenden Vollmachten: Unabhängige Inspektoren der OPCW können weltweit Militäranlagen, Industriebetriebe und Laboratorien inspizieren. Unterstützt wird die Organisation von den so genannten Vertrauenslaboratorien, die mit den Ringversuchen regelmässig überprüft werden. Das LABOR SPIEZ gehört zu den wenigen Institutionen weltweit, die bisher alle Ringversuche erfolgreich absolvieren konnten.