Abdecken von flüssigen Gefahrengutquellen mit Schaum
Bei einem Ereignis mit Gefahrstoffen ist es gut möglich, dass die Feuerwehr als erste am Schadenplatz auf eine flüssige Gefahrgutquelle stösst, welche schädliche Dämpfe verbreitet. Mit Schaum der Ersteinsatzkräfte könnte eine solche Quelle innert Sekunden abgedeckt und die Dampfausbreitung unterbunden werden. Derart gesichert, könnte eine Gefahrgutquelle belassen werden bis zur Neutralisierung durch ein Entgiftungsteam.
Welche Schäume eignen sich für einen solchen Einsatz und wie lange würden die Schäume eine Quelle wirksam abdecken? Die Gruppe Nachweis und Entgiftung des Fachbereichs Chemie hat an einem Querschnitt durch Schweizer Löschschäume Versuche durchgeführt, um diese Fragen zu beantworten. Als Vergleich wurde der für die Armee beschaffte Entgiftungsschaum CASCAD gemessen
Als Gefahrstoffe wurden die chemischen Kampfstoffe Sarin (GB), Soman (GD) und Yperit (HD) gemessen. Als Simulationsmittel dienten Methylsalicylat und DMMP.
Messungen mit Schäumen sind nicht gerade einfach. Trotzdem ist es gelungen, Schäume zu finden, welche mehr oder weniger geeignet sind, solche Quellen abzudecken: Der Entgiftungsschaum CASCAD scheint am besten geeignet, eine Quelle abzudecken, weil der Schaum am längsten stehen bleibt und Aktivchlor enthält, der Gefahrstoffe zerstören kann. Von den "zivilen" Löschschäumen halten Jomos, Rehealing und FC 602 am längsten. Die restlichen Schäume (Arctic, LS TS, MXOL, LW TN und Moussol) ergaben Durchbruchszeiten von weniger als 40min.
Ein ausführlicher Bericht zum Thema (auf Englisch) kann beim LABOR SPIEZ angefordert werden.