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Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS
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Bundesamt für Bevölkerungsschutz, LABOR SPIEZ

Einsatzorganisationen

Einsatz-Equipe des Eidg. Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport EEVBS


Die Einsatz-Equipen des LABOR SPIEZ, die bei ABC-Ereignissen rasch reagieren können, sind seit gut 25 Jahren operativ und werden stetig verbessert – unter anderem auch durch gemeinsame Übungen mit ausländischen Partnern. Aufgeboten wird die EEVBS über die Nationale Alarmzentrale (NAZ).

Bereits seit Anfang der Achtziger-Jahre arbeitet das LABOR SPIEZ (LS) als Speziallaboratorium des Bundes für die Messung der Radioaktivität. Im Tschernobyl-Ereignis von 1986 haben sich die mobilen Messmittel und die Einsatzorganisation des LS bewährt und wurden bis heute stetig weiterentwickelt. Generell kann Spiez heute die Einsatzelemente des Bundes und der Kantone bei radiologischen oder nuklearen Ereignissen unterstützen, z.B. bei einem Unfall in einem Kernkraftwerk, beim terroristischen Einsatz einer radiologischen Bombe („dirty bomb“), oder bei einem Transportunfall mit radioaktivem Material. Seit 2012 sind die Einsatzelemente und Messmittel des LS mit Elementen des Kompetenzzentrums ABC-KAMIR der Armee zusammen in der EEVBS vereint. Im Rahmen der Einsatzorganisation Radioaktivität des Bundes erfüllt die EEVBS ihren mobilen Auftrag, während das LS die Analysen im stationären Labor übernimmt. Die EEVBS im Bereich Radioaktivität setzt sich zusammen aus ca. 20 freiwilligen Spezialisten. Bei längeren Einsätzen sowie beim Anfall grosser Probenmengen bietet die Milizformation Armeelabor ABC Abwehrlabor 1 zusätzlichen Support. Jährlich findet für die Spezialisten dieser Formation ein WK von drei Wochen in Spiez statt. Kurzfristig stehen damit 80 A-Spezialisten zur Verfügung.

EEVBS-A

Die Einsatz-Equipe für chemische Ereignisse wurde Ende der Neunziger-Jahre aufgebaut: 1994 und 1995 verübte eine japanische Sekte Anschläge mit dem Nervengift Sarin gegen die Bevölkerung in Matsumoto und Tokyo. Dies war das erste Mal, dass nicht-staatliche Akteure einen chemischen Kampfstoff für Anschläge verwendeten. Als Antwort auf diese neue Bedrohung schuf das LS eine spezielle Einsatz-Equipe für C-Ereignisse. Unter dem Namen EEVBS (Einsatz-Equipe VBS) steht diese seit dem 1. Januar 2000 bereit, kantonale Einsatzkräfte bei Verdacht auf chemische Kampfstoffe bei der Ereignisbewältigung zu unterstützen. Die Einheit besteht aus 20 freiwilligen Mit-gliedern, alles Berufsleute aus dem LABOR SPIEZ und dem Kompetenzzentrum ABC-KAMIR. Die Mitglieder sind in der Handhabung von chemischen Kampfstoffen geschult und können sich in vergiftetem Gebiet sicher bewegen. Sie bestimmen die Ausbreitung und den Grad der Vergiftung und nehmen Proben für Abklärungen im akkreditierten Analysenlabor des LABOR SPIEZ. Die EEVBS bietet auch rund um die Uhr telefonische Fachberatung an. Diese Leistung ist wichtig, da bei einem Anschlag mit Nervenkampfstoffen die richtigen Massnahmen in den ersten Minuten entscheidend für den weiteren Verlauf des Ereignisses sind.

EEVBS-C

Spezialisten des Fachbereichs Biologie im LABOR SPIEZ etablieren derzeit eine entsprechende Einsatzbereitschaft für biologische Ereignisse, parallel zur Sicherstellung der Messbereitschaft des neuen Bio-Sicherheitslabors in Spiez. Um die Einsatz-Equipen auf dem neuesten operationellen und materiellen Stand zu halten, beteiligt sich das LABOR SPIEZ an gemeinsamen Übungen mit anderen Einsatzteams. So trainieren jedes Jahr die Mitglieder der Spiezer C-Equipe gemeinsam mit in- und ausländischen Fachleuten, z.B. der Analytischen Task Force ATF an der ABC- und Selbstschutzschule der Bundeswehr in Sonthofen (D, Allgäu). Diese Trainings zeigen auf, dass sich Einsatzkonzepte und Ausrüstung der EEVBS grundsätzlich bewähren. Das LABOR SPIEZ ist bestrebt, die internationale Zusammenarbeit zu verstärken, denn Grossereignisse im ABC-Bereich nehmen keine Rücksicht auf die Landesgrenzen.

Dr. Beat Aebi Kontakt
Dr. Beat Aebi