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Prüfung der Haltezeit von ABC-Schutzfiltern und Aktivkohlen gegen militärische Giftgase (STS 022)

Collage Aktivkohleprüfung

In ABC-Schutzfiltern darf nur Aktivkohle eingefüllt werden, deren Schutzleistung gegen die militärisch relevanten Stoffe geprüft ist. Dies kann aus Sicherheits- und Kostengründen nur im Labormassstab geschehen, deshalb wird die Aktivkohle für grosse Filter (Kollektivschutz), zur Prüfung massstäblich in Prüfrohre abgefüllt; kleine Filter zur Schutzmaske können direkt geprüft werden.

HCN Diagramm BlausäureprüfungAuf der Prüfanlage werden strenge Einsatzbedingungen (Luftrate, Klima, Gaskonzentration) nachgestellt und die Haltezeit der Filter, bzw. der Prüfschichten gemessen. Die Haltezeit (auch Durchbruchszeit) ist die Prüfdauer, bis die Filterkapazität erschöpft ist und die Gaskonzentration nach dem Filter stark ansteigt und einen Risikoschwellwert (Durchbruchskonzentration) erreicht.

Die Kapazitätsauslegung der ABC-Schutzfilter ist so, dass auch bei schwierigen Filterbedingungen mehrere massive C-Angriffe überstanden werden können.

Die Prüfstelle verfügt über eine moderne Sorptionsprüfanlage (SOPRAN) , auf welcher mit den giftigen Prüfstoffen, sicher und gut kontrolliert, verschiedenste Prüfbedingungen nachgestellt werden können:

PARAMETER WERT BEMERKUNGEN
Prüfluftrate 0.5 … 6 m3/h kontinuierlich oder pulsierend(*)
Prüftemperatur 10 … 40 °C  
Prüfluftfeuchtigkeit <1 … 95 %rF  
Prüfgaskonzentration 1 … 10 g/m3 typischer Bereich, je nach Prüfgas
Durchbruchskonzentration 1 … 10 mg/m3 typischer Bereich, je nach Prüfgas
(*)zur Prüfung von Schutzmaskenfiltern, 10 … 30 Pulse pro Minute

 Die Sorptionsleistung gegen die militärischen Prüfstoffe Chlorzyan, Chlorpikrin und Blausäure wird routinemässig geprüft. Prüfungen mit Arsin, Phosgen und Dimethylmethanphosphonat erfolgen nach spezieller Anfrage.

Das Wasseraufnahmeverhalten bestimmt das Leistungsvermögen von Aktivkohlefiltern massgebend, kann jedoch beim Herstellprozess der Aktivkohle nur bedingt kontrolliert werden. Deshalb sind Vorkonditionierungsverfahren zur Simulation der Einsatzbedingungen für die Prüfung von grösster Wichtigkeit. Zu diesem Zweck stehen diverse Einrichtungen mit gut kontrollierten klimatischen Bedingungen zur Verfügung.