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Bundesamt für Bevölkerungsschutz, LABOR SPIEZ

Geschichtlicher Rückblick

Chlorgas-Angriff 1. WeltkriegDer erste Einsatz von chemischen Kampfmitteln - 30 t Chlor im April 1915 - führte auch innerhalb der Schweizer Armee zu ernsthaften Diskussionen und löste erste Studien um den Gasschutz aus. Relativ rasch wurde denn auch die Notwendigkeit einer permanenten, wissenschaftlich tätigen Stelle erkannt. Am 8. Februar 1918 wurde die so genannte Gasstelle an der Universität Bern eingerichtet. Diese Stelle gilt als eigentlicher Vorläufer des heutigen LABOR SPIEZ und darf durchaus als Geburtstätte der Gruppe Persönlicher Schutz betrachtet werden.

Im LABOR SPIEZ bilden grosszügige Gebäude und modernste technische Einrichtungen die Basis für die Tätigkeiten auf dem Gebiet des persönlichen ABC-Schutzes.

historische PferdegasmaskeDie Hauptaufgaben der Arbeitsgruppe Persönlicher Schutz sehen wir in der Sicherstellung der Wirksamkeit und Qualität des persönlichen ABC-Schutzmaterials, dank fundierter Fachkenntnisse und Prüfmöglichkeiten. Noch heute liegt die C-Luftaufbereitung, basierend auf der Adsorption von Gasen an Aktivkohle im Vordergrund unserer Tätigkeiten. Die Schwerpunkte haben sich aber in der Zwischenzeit von den rein militärischen Anwendungen auch in den zivilen Bereich verlagert. Die letzten grösseren, rein militärischen Projekte waren die Einführung des ABC-Schutzfilters 90 und des ABC-Schutzanzugs CSA 90 als Teile des individuellen C-Schutzsystems für die Schweizer Armee.

Gasmaskentest auf LaufbandMit der Neuorientierung und gleichzeitige "Öffnung" des LABOR SPIEZ nach dem Fall der Berliner-Mauer, ergab sich für die Arbeitsgruppe Persönlicher Schutz die Möglichkeit, das anhand langjähriger Erfahrung erworbene Fachwissen im Bereich der Adsorption und Filtertechnik, auch privaten Unternehmungen, d.h. der Industrie zur Verfügung zu stellen. Expertisen und technisch-wissenschaftliche Forschungsarbeiten (u.a. Modellierung von dynamischen Sorptionsvorgängen) erlauben der Arbeitsgruppe zudem, die Fachkenntnisse nicht nur weiter zu vertiefen sondern auch breiter anzuwenden. Ein ebenso bedeutender Punkt betrifft die Mess- und Prüftechnik, wo wir dank qualifizierten Mitarbeitern und High-Tech Geräten in der Lage sind, qualitativ hoch stehende Arbeiten durchzuführen.

Als Teil der nach der Norm ISO/IEC 17025 akkreditierten Prüfstelle für Sorptionsmittel und Atemschutzfilter (STS 022) bieten wir heute über 32 spezifische Prüfungen an.

Das LABOR SPIEZ verfügt über diverse, hoch spezialisierte Arbeitsgruppen für die verschiedensten Fachgebiete. Fragestellungen, welche eine Zusammenarbeit mehrerer Arbeitsgruppen erfordern, sind selbstverständlich und auch erwünscht.