Geschichtlicher Hintergrund
Der Begriff "Virus" stammt vom lateinischen "Gift" und wird erstmals von Aulus Cornelius Celsus im ersten Jahrhundert vor Christus verwendet.
Schon viel früher werden Virusinfektionen dokumentiert. Die Steinplatte (Bild rechts) zeigt einen an Poliomyelitis erkrankten Aegypter aus der 18. Dynastie (1580-1350 v.Chr.) mit dem typischen dünnen Bein und der klassischen Fuss-Stellung.
Bis zum 17. Jahrhundert wird der Begriff "Virus" für alle Infektionskrankheiten benützt. Eine Unterscheidung zwischen Bakterien und Viren gibt es nicht.
Im 17. Jahrhundert erfindet Antoni van Leeuwenhoek das Lichtmikroskop. Jetzt werden nur noch " Gifte", die nicht im Lichtmikroskop sichtbar sind (also < 200nm) als Virus bezeichnet.
Im 19. Jahrhundert wird die Keim-Theorie formuliert:
Für jede Infektion gibt es einen Mikroorganismus, der folgende Kriterien erfüllen muss:
- Er kann gezüchtet werden.
- Er ist mikroskopisch sichtbar.
- Er wird von Filtern zurückgehalten.
Alle, diesen Kriterien nicht entsprechenden, übertragbaren Erkrankungen werden "weiterhin" durch Gifte verursacht.
Dimitri I. Iwanowski zeigt 1892 an der Tabak-Mosaik-Erkrankung, dass dieses Agens
- nicht allein kultivierbar,
- nicht sichtbar,
- durch einen Filter passierbar ist
Martinus Willem Beijerinck wiederholt 1898 diesen Versuch und ist sich sicher, dass dieses Phänomen etwas Neues ist. Er nennt dieses unbekannte Agens "Contagium Vivum Fluidum".
Friedrich
Loeffler (Bild links) und Paul Frosch beobachten 1898 bei der Maul- und Klauenseuche
(MKS), dass diese Krankheit unabhängig von der Konzentration des Agens von
Tier zu Tier übertragen wird und dass zudem die Krankheit immer gleich schnell
verläuft.
Ihre Folgerung daraus ist, dass es sich dabei nicht um ein Gift handeln kann
, sondern um etwas, das sich vermehrt.
Durch all diese Entdeckungen wird die eigentliche Virologie eingeleitet.