Vertrauenslabor der OPCW
Das Chemiewaffenübereinkommen zur Verbannung der Chemiewaffen
Nach zähen Verhandlungen an der Abrüstungskonferenz in Genf konnte im Januar 1993 das Chemiewaffenübereinkommen (CWÜ) in Paris zur Unterzeichnung vorgelegt werden, welches die Entwicklung, die Produktion, die Lagerung und den Einsatz von Chemischen Waffen verbietet und zur Vernichtung bestehender Produktionsanlagen und Chemischen Waffen verpflichtet. Nachdem genügend Staaten das Übereinkommen ratifiziert hatten, trat dieses im Jahre 1997 in kraft, wobei die Organisation für das Verbot von Chemischen Waffen (OPCW) mit Sitz in Den Haag mit der Kontrolle der Einhaltung dieses Übereinkommens beauftragt wurde.
Der Weg zum designierten Vertrauenslabor der OPCW
Das LABOR SPIEZ beteiligt sich seit 1989 an international organisierten Ringversuchen im Rahmen der C-Verifikation. Bei den in den Jahren 1989-1994 durchgeführten sogenannten "Round Robins" ging es darum, standardisierte Methoden zur Prüfung von unterschiedlichsten Proben auf die Anwesenheit von Chemischen Kampfstoffen und verwandten Verbindungen zu entwickeln und zu validieren. Die später unter der Leitung der OPCW organisierten "Interlaboratory Comparison Tests" dienten zur Weiterentwicklung der erarbeiteten Methoden sowie zum Vergleich der Fähigkeiten der teilnehmenden Labors. Ab dem Jahre 1996 folgten die "Proficiency Tests" mit dem Ziel, ein Netzwerk von kompetenten Vertrauenslabors aufzubauen, welche von der OPCW mit Analysenaufgaben zur Verifikation der Einhaltung des Übereinkommens beauftragt werden können. Nachdem wir sämtliche "Proficiency Tests" mit Bestnoten bestehen konnten, wurde das LABOR SPIEZ im Jahre 1998 als eines der ersten Institute zu einem der weltweit wenigen designierten Vertrauenslabors ernannt.
Weiter leisten wir einen wesentlichen Beitrag beim Auf- und Weiterausbau
der "OPCW Central Analytical Database", welche analytische Daten
von Chemischen Kampfstoffen und verwandten Verbindungen enthält, die
im Zusammenhang mit dem CWÜ von Bedeutung sind.