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Bundesamt für Bevölkerungsschutz, LABOR SPIEZ

Synthese von Referenzchemikalien

Bild Referenzchemikalien Nr. 1: Hochtoxische SubstanzenUnsere Infrastruktur, insbesondere das Hochtox-Labor, sowie die über Jahre erworbenen Kenntnisse ermöglichen es uns, unter angemessenen Sicherheitsmassnahmen die im Chemiewaffen-Übereinkommen CWÜ zitierten, zum Teil hochgiftigen Verbindungen im Auftrag in Kleinmengen zu synthetisieren. Wir entwickeln Methoden zur Herstellung der chemischen Kampfstoffe und der mit ihnen verwandten Vorstufen, Folge- und Nebenprodukte.

Bild Referenzchemikalien Nr. 2: SyntheseAls ein durch die Organisation für das Verbot chemischer Waffen OPCW designiertes Labor ( Organische Analytik ) muss das LABOR SPIEZ Referenzchemikalien bei Bedarf so rasch wie möglich zur Verfügung stellen - entweder ab Lager oder durch Synthese. Sichere Arbeitsmethoden für diesen Zweck zu entwickeln und stets aktuell zu halten, ist uns besonders wichtig. Jeder Syntheseschritt wird so weit entwickelt, dass die Zielverbindung in der höchst möglichen Reinheit anfällt. Zweckdienliche Aufarbeitungs- und Reinigungsgeräte, wie zum Beispiel Vollglas-Kurzwegdestillationsapparaturen, Fischer SPALTROHR-Kolonnen und ein FlashMaster Flüssigchromatographiesystem, gehören zu unserer Ausrüstung. Unser Ziel ist es, durch Synthesen in Kleinmengen ein vielseitiges Angebot verschiedenster Verbindungstypen in hoher Reinheit zur Verfügung stellen zu können. Dadurch helfen wir mit, den Status des LABOR SPIEZ als designiertes Labor der OPCW zu erhalten. Zudem unterstützen wir damit weitere Arbeitsgruppen des LABOR SPIEZ sowie in- und ausländische Institute und Organisationen ( Lieferung von Referenzchemikalien ).

Für Reaktionskontrollen und Reinheitsprüfungen stehen uns gruppenintern zwei Gaschromatographen mit massenspektroskopischer Detektion zur Verfügung. Darüber hinaus werden alle unsere Verbindungen durch die akkreditierte Gruppe Organische Analytik unter Einsatz modernster Geräte, wie Gaschromatographie / Massenspektrometrie (GC/MS), Flüssigchromatographie / Massenspektrometrie (LC/MS) und Kernresonanzspektroskopie (NMR) zweifelsfrei charakterisiert. Die wesentlichen Daten sämtlicher Syntheseprodukte, wie Herstellungsmenge, Verbrauch, Lagermenge, Herstellungsdatum, Reinheit, Batchbezeichnung, Lagerort und ein mit der CWÜ-Liste verknüpften Code, werden schliesslich in einer Datenbank gespeichert. Die Herkunft und Biographie unserer Chemikalien lässt sich dadurch jederzeit rasch und problemlos zurückverfolgen.

Vorsichtsmassnahmen

Zwar gewährleisten die Arbeitsvorschriften die sichere Herstellung, doch sind auch im übrigen Umgang mit den hochtoxischen oder gar tödlich wirkenden Produkten angemessene Vorsichtsmassnahmen nötig. Das Hochtox-Labor wurde speziell für die Arbeiten mit giftigsten Verbindungen unter sicheren Bedingungen konzipiert.


Anfragen

Wir stellen chemische Kampfstoffe und verwandte Verbindungen her, um die Kenntnisse hinsichtlich ihrer Wirkung und der Schutzmöglichkeiten zu erweitern. Der Bedrohung, welche sie darstellen, können dadurch entsprechende Schutzmassnahmen für die Armee und die Zivilbevölkerung entgegen gestellt werden.

Wir liefern Referenzchemikalien für:
  • die Entwicklung von Methoden zur Identifikation und Analytik von chemischen Kampfstoffen und verwandten Verbindungen;
  • die Entwicklung und Erweiterung analytischer Datenbanken;
  • die zweifelsfreie und quantitative Bestimmung bei analytischen Untersuchungen;
  • den Test von Detektions- und Warnsystemen;
  • den Test von Schutzmaterial, wie Filtern und Schutzbekleidung;
  • den Test von Dekontaminationssystemen.